20. Juli 2012

Frankenschuldner in großer Gefahr

Schweizerfranken Schuldner fühlen sich derzeit durch die Wechselkursuntergrenze von 1,20 relativ sicher, mir kommt das eher vor wie die Ruhe vor dem Sturm.

 

Als Kreditmakler gehört es auch zu meinen Aufgaben auf die wesentlichen Entwicklungen am Kreditmarkt aufmerksam zu machen.
Der Zinsvorteil von SFR zum Euro auf 3-Monats-Basis (3-Monats-Libor vs. 3-Monats-Euribor) beträgt derzeit nur noch 0,40% bzw. 40 Basispunkte. Die geringe Zinsdifferenzersparnis steht in keiner Relation zur Gefahr eines Durchbruchs der Wechselkursuntergrenze von 1,20.

 

Die derzeitige Interventionsintensität kann keine Dauerlösung sein, diesbezügliche Alarmsignale häufen sich.
Die Währungsreserven der Schweizer Nationalbank sind seit Ende 2008 auf 365 Millarden Franken gestiegen, die Bilanzsumme der SNB liegt bei ca. zwei Drittel des Schweizer BIP. Experten gehen davon aus, dass dies mittelfristig zu einer Immobilienblase wird.

 

Die Untergrenze kann jederzeit durchbrechen mit sehr negativen Folgen für die Kreditnehmer. In Folge würde nicht nur der Schuldenstand noch höher werden, sondern auch die Zinsbelastung würde steigen.

 

Auch wenn Sie langfristig von einer Stabilisierung des Schweizer Franken ausgehen ist es besser einen Plan-B schon jetzt zu erarbeiten und sich als Kreditnehmer auf diverse Worst-Case Szenarien vorzubereiten, damit nicht am Ende des Dach über dem Kopf von der Bank weggenommen wird.

 

Es gibt mehrere Strategien zur Reduzierung des Gesamtrisikos, bei denen individuelle Parameter wie Einkommen, Risikofreunde, vorhandene Reserven etc. berücksichtig werden.

 

Es bietet sich auch an, die Differenz zu den derzeit sehr günstigen Zinsen als Sondertilgungen zu verwenden.
Weitere Möglichkeiten sind die Überprüfung der Rentabiliät der Tilgungsträger oder die Vereinbarung einer Stopp-Loss-Vereinbarung.

 

Beim Umstieg in Euro ist es ratsam, sich die Kreditverträge und die Verträge vorher gut mit einem unabhängigen Kreditmakler, vorzugsweise mit uns, genau anzusehen. Oft sind die Indikatoren bzw. die Aufschläge bei Konvertierung für den Kreditnehmer nachteilig.

 

Planen Sie rechtzeitig, bevor Sie sagen: „Hätte ich doch schon früher gehandelt“.

 

Wenn Sie Fragen haben, senden Sie mir bitte eine Email an h.tiefenthaler@gewinnerkonzepte.at.

 

Ihr Herbert Tiefenthaler