10. Oktober 2014

Also sprach das Orakel: Buffett-Zitate, die Sie vielleicht noch nicht kennen

Im Leben von Warren Buffett haben sich jede Menge Börsenweisheiten angehäuft. Der „Business Insider“ hat zu seinem 84. Geburtstag ein paar seiner interessantesten Aussprüche zusammengetragen.

„Wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt geschwommen ist.“ Dieses Sprachbild kreierte einst Warren Buffett. Er nahm damit Bezug auf Investoren, die zwar in guten Zeiten viel Geld verdienen, in schlechten Zeiten aber noch viel mehr Geld verlieren. Es handelt sich wohl um einen der bekannteren Aussprüche im Leben des am 30. August 1930 geborenen Value-Investors, dessen zentrales Anlagekriterium die sogenannte „Sicherheitsmarge“ ist.

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Stolze 84 Jahre hat Warren Buffett inzwischen auf seinem milliardenschweren Buckel. Für das „Orakel von Omaha“ scheint das aber noch kein Grund, sich in den Ruhestand zu verabschieden, nach wie vor mischt der in Omaha, Nebraska, lebende Großinvestor kräftig mit im weltweiten Marktgeschehen. Laut Forbes zählt er zu den fünf reichsten Menschen der Welt, nahezu sein gesamtes Privatvermögen in Höhe von rund 50 Milliarden Euro ist in dem von ihm geleiteten Investmentunternehmen Berkshire Hathaway angelegt.

Buffett ist zweifelsfrei einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Ein Beleg dafür: Die Berkshire-Aktie wurde kürzlich erstmals über der Marke von 200.000 US-Dollar gehandelt. Kein anderer Investor wird in der Börsenwelt stärker gehypt. Nicht nur seine spektakulären Deals, sondern vor allem sein besondere Fähigkeit, seinen Beruf mit Wortwitz, Bescheidenheit, Humor und einem gewissen Hang zur Selbstironie öffentlich darzustellen, hat ihm diese Popularität beschert. (dw)

Der Preis ist nicht alles!
„Es ist weit besser, ein großartiges Unternehmen zu einem anständigen Preis zu kaufen, als ein anständiges Unternehmen zu einem großartigen Preis.“

Du musst kein Genie sein!
„Du musst keine wissenschaftliche Rakete sein. Investieren ist kein Spiel, in dem der Kerl mit einem IQ von 160 den Kerl mit dem IQ von 130 schlägt.“

Verstehe die Grundlagen!
„Um erfolgreich zu investieren, ist es nicht entscheidend, Beta, die effizienten Märkte, die moderne Portfoliotheorie, Optionspreismodelle oder die Emerging Markets zu kennen. Tatsächlich ist es wohl das Beste, wenn man nichts davon weiß. Das ist natürlich nicht die vorherrschende Meinung an den Hochschulen. Unsere Meinung jedoch ist, dass Investment-Studenten nur zwei gut unterrichtete Kurse benötigen: ‚Wie wird ein Unternehmen bewertet‘ und ‚Was ist von Marktpreisen zu halten‘.“

Kaufe keine Aktie, nur weil jeder sie hasst!
„Nichts davon bedeutet, dass eine Aktie ein intelligenter Kauf ist, einfach nur weil sie unpopulär ist; ein Contrarian-Ansatz ist genauso albern wie eine Folge-der-Masse-Strategie.“

In guten Zeiten wird so einiges übersehen
„Wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt geschwommen ist.“

Sei immer liquide!
„Ich habe euch und den Ratingagenturen versprochen, Berkshire immer mit mehr als reichlich Cash zu führen. Wir möchten nie von der Großzügigkeit Fremder abhängig sein, nur um zukünftigen Verpflichtungen nachzukommen.“

Der beste Zeitpunkt eine Aktie zu kaufen …
„Das Beste, was uns passieren kann, ist, wenn eine gute Firma temporär Probleme hat (…) Wir wollen sie dann kaufen, wenn sie auf dem Operationstisch liegt.“

Börsen erholen sich immer
„Langfristig werden die Börsen-News gut sein. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, rund ein Dutzend Rezessionen, Börsenpanik, Ölschocks, eine Grippeepidemie, und den Rücktritt eines in Ungnade gefallenen Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.“

Das „Cinderella-Gefühl“
„Die Linie, die Investition von Spekulation trennt, ist nie klar, und wird erst recht unscharf, wenn Marktteilnehmer kürzlich Erfolge genossen haben. Nichts dämpft die Rationalität mehr, als hohe Dosen mühelos verdientem Geld. Solche Erfahrungen machen aus normalerweise vorsichtigen Menschen eine Cinderella auf einem Ball. Sie wissen, dass es eventuell Kürbisse und Mäuse bringen kann, wenn man zu lange bleibt. Trotzdem möchten sie nicht eine Minute der Party verpassen. All die trunkenen Festteilnehmer haben vor, die Party Sekunden vor Mitternacht zu verlassen. Das Problem ist: Sie tanzen in einem Saal, in dem die Uhren keine Zeiger haben.“

Bevorzugte Haltedauer
„Halten wir Anteile an hervorragenden Unternehmen mit einem hervorragenden Management, ist unsere bevorzugte Haltedauer für immer.“

Idiotensicheres Business
„Ich versuche Aktien von Firmen zu kaufen, die ein idiotensicheres Geschäft betreiben. Denn früher oder später wird jedes Unternehmen mal von einem Idioten geführt werden.“

Seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind!
„Nervosität und Kosten sind die größten Feinde. Und wenn Investoren darauf bestehen, rechtzeitig in Aktien ein- und auszusteigen, dann sollten sie versuchen, ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.“

Mehr Trades, höhere Underperformance
„Vor langer Zeit hat uns Sir Isaac Newton drei Bewegungsgesetze gelehrt. Sie waren das Werk eines Genies, sein Talent galt aber nicht für das Investieren: Er verlor viel Geld in der Südseeblase und erklärte später: ‚Ich kann die Bewegungen der Sterne erklären, aber nicht den Wahnsinn der Menschheit.‘ Wenn Newton nicht durch diesen Verlust traumatisiert geblieben wäre, hätte er vielleicht ein viertes Bewegungsgesetz hervorgebracht: Für Investoren gilt, je mehr Bewegung, desto weniger Erträge.“

Preis und Wert ist nicht dasselbe
„Vor langer Zeit hat mich Ben Graham gelehrt: ‚Der Preis ist, was du zahlst, der Wert, was du kriegst.‘ Ob wir über Socken reden oder Aktien, ich bevorzuge es Qualitätsware zu kaufen, wenn die Preise herabgesetzt sind.“

Kein Wandel ist eine gute Sache
„Unser Ansatz ist vom Mangel an Veränderung zu profitieren und nicht von der Veränderung. Wie im Fall von Wrigley’s ist es der Mangel an Veränderung, der für mich den Reiz auslöst. Ich glaube nicht, dass Kaugummis vom Internet betroffen sein werden. Das ist die Art Geschäft, die wir mögen.“

Die Zeit trennt die Spreu vom Weizen
„Zeit ist ein Freund der wunderbaren Unternehmungen, aber ein Feind der mittelmäßigen.“

Das Allerwichtigste ist ….
„Regel Nr. 1: Verliere nie Geld; Regel Nr. 2: Vergiss nicht Regel Nr. 1“

 

Quelle: Fondsprofessionell.at