Erste Leitzinssenkung seit 2009 (das freut die Kreditnehmer)
Die Amtsperiode des neuen Präsidenten der Europäische Zentralbank (EZB) Mario Draghi begann gleich mit einem Knalleffekt. Bei der ersten EZB-Ratssitzung unter der Führung des Italieners verringerte die Notenbank überraschend den Leitzinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Damit beschloss die Notenbank erstmals seit Mai 2009 wieder eine Absenkung des Leitzinses.
Mit der Zinssenkung reagierte die EZB auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten im Euroraum. Da die Inflationsrate in der Euro-Zone zuletzt deutlich über der Zielmarke der EZB von zwei Prozent lag, haben die meisten Experten mit einem unveränderten Satz gerechnet. Mit der Leitzinssenkung soll die Investitionsfreude der Unternehmen wieder angeregt werden. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass die Inflation im Euro-Raum weiter steigt. So lag die Inflation im Euro-Raum im vergangenen Monat bei 3,0 Prozent.
Viele Beobachter goutieren die Entscheidung der EZB. Vor allem dem Bankensektor werde mit dieser Entscheidung geholfen. Weil sich Banken in der Eurozone nicht mehr vertrauen und sich deshalb untereinander kaum noch Geld leihen. Somit helfen die niedrigen Zinsen gerade den Banken der Schuldenländer, die kaum noch Geldgeber finden, sich günstig Kapital bei der EZB zu besorgen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßte die unerwartete Leitzinssenkung. So spiegle laut IWF die Entscheidung den nachlassenden Preisdruck und die zunehmend negativen Perspektiven für die Euro-Zone wider.(cs)
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"Gut für Kreditnehmer, schlecht für Sparer, denn die Inflation bleibt trotzdem sehr hoch". |