17. Juli 2014

Fed-Chefin Yellen: Zinsanhebung könnte früher als erwartet kommen

Janet Yellen, Präsidentin der US-Notenbank Fed, stellt – vorausgesetzt, der US-Arbeitsmarkt erholt sich rascher – eine frühere Anhebung des Leitzinssatzes in Aussicht.

Fed-Chefin Janet Yellen bestätigte ihrem halbjährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Bankenausschuss des US-Senats nochmals das in den letzten „Minutes“ diskutierte Ende des Taperings (Reduzierung der QE-Anleiheankäufe) auf der Oktober-Sitzung des Offenmarktausschusses. Der Leitzins soll dagegen weiterhin eine „considerable time“ nach dem QE3-Ende auf dem bisherigen Niveau bleiben. Zwar gab Yellen an, dass bei einer schneller als von der Fed erwarteten Erholung des Arbeitsmarktes der Leitzins früher angehoben werden könnte. Jedoch hat in den letzten Jahren die tatsächliche Arbeitslosenquote immer wieder die FED-Projektionen unterschritten, ohne dass dies Änderungen der geldpolitischen Ausrichtung zur Folge gehabt hätte.

Einen Seitenhieb auf die nicht nur in ihren Augen zu teuren Social-Media- und Biotechnologie-Aktien konnte sich die Fed-Präsidentin nicht verkneifen – hierauf reagierte der Markt mit Abgaben.

Erholung am Arbeitsmarkt noch nicht beendet
Spannend fiel die Bewertung Yellens zum Juni-Arbeitsmarktbericht vom 3. Juli 2014 aus, schreibt Christiane von Berg, Analystin der BayernLB in ihrem Kommentar. Yellen diagnostizierte eine weitere Erholung des Arbeitsmarktes, auch mit Blick auf breitere Arbeitsmarktindikatoren, die in der Forward Guidance genannt wurden. Jedoch betonte sie, dass die Erholung noch nicht beendet sei und die Arbeitslosenquote weiter über der Projektion der FOMC-Mitglieder für die lange Frist liege (5,2 bis 5,5 Prozent), die als Maß für Vollbeschäftigung und damit als Ziel der Fed angesehen werden könne.

Im Juni 2013 lag diese Einschätzung zur längeren Frist noch bei 5,2 bis 6,0 Prozent und damit nur leicht unter dem aktuellen Stand der Arbeitslosenquote (6,1 Prozent). Auch der Anstieg des von der FED bevorzugen Inflationsmaßes (PCE-Deflator) auf 1,8 Prozent zum Vorjahr im Mai wurde von Yellen relativiert, indem sie die Preisanstiege für Nahrungsmittel und Energie hauptsächlich für diese Entwicklung verantwortlich machte. Dass die PCE-Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) seit Jahresanfang immerhin um 0,4 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent gestiegen ist und sich diese Entwicklung fortsetzen dürfte, erwähnt Yellen nicht.

Quelle: fondsprofessionell.at

Haben Sie Fragen?

Ihr Name

Ihre Email Adresse (Pflichtfeld)

Ihre Telefonnummer (freiwillig):

Zur welchem Thema haben Sie Fragen?

Ihre Nachricht:

Wir dürfen Ihnen weitere Informationen zusenden (Widerruf jederzeit möglich. Max. 1-2x pro Monat).

captcha