12. September 2016

[Fondsmanager Mag. Gregor Nadlinger] Keine Alternative zu Aktien?

Liebe(r) Gewinnerkonzepte-Blog LeserIn! Heute möchte ich Ihnen einen interessanten Artikel von Fondsmanager Mag. Gregor Nadlinger empfehlen. Schon sehr lange mehren sich die Stimmen, die behaupten, dass aufgrund des extrem niedrigen Zinsniveaus Aktien alternativlos wären. Ich teile diese Einschätzung nicht und empfehle meinen Kunden schon seit vielen Jahren ausgewogene Portfolios, die auch in stürmischen Börsenzeiten gut performen können. Lesen Sie in den folgenden Zeilen, was Fondsmanager Mag. Gregor Nadlinger dazu schreibt:

Normalerweise tragen Wirbelstürme in den USA die verschiedensten Vornamen. Mit »TINA« möchte sich Wallstreet aktuell von ihrer kreativen Seite zeigen und sah sich seit dem Brexit im Juni 2016 bis letzten Freitag beinahe euphorisch bestätigt in »There Is No Alternative« zu Aktien.

Meine Gedanken dazu: es stimmt, dass sich in einer inflatorisch geprägten Realwirtschaft Aktienmärkte für langfristig orientierte Anleger als Fundus für Wertzuwächse eignen. Nur: warum kämpfen die wichtigsten Notenbanken der Welt schon seit Jahren darum, in der Realwirtschaft Inflation zu erzeugen? Mit bescheidenen Erfolgen, wie die mehr als zwanzigjährige Entwicklung in Japan zeigt.

Und: die Höhe des Preises, den der Investor für ein Investment bezahlt, bestimmt die Höhe der zu erwartenden Rendite aus dem Investment. Die Bewertungen der US Aktienindizes sind derzeit alles andere als günstig. Gehen die Gewinnmargen der US Unternehmen auf den historischen Durchschnitt zurück, so läßt das aktuelle Shiller PE für den Marktdurchschnitt eine Gewinn-Rendite von unter zwei Prozent (!) erwarten. Im Vergleich dazu erscheint das aktuelle Zinsniveau der dreißigjährigen US Staatsanleihen attraktiv, das aktuell bei 2,39% liegt. Zumindest solange, als deflatorische Kräfte in der Realwirtschaft wirken.

Und: die Alternativlosigkeit von Aktien wurde auch schon 2007 propagiert. Gab es wirklich keine Alternative zum durchschnittlichen Aktieninvestment, gemessen anhand des S&P 500 Aktienindex S&P – 500 Wikipedia , der immerhin die 500 größten börsenotierten US Aktiengesellschaften umfasst? Sehen Sie selbst.

MPP_Bild02.jpg

Aktuelle Gestionierung
Wie Sie dem aktuellen MPP Factsheet 2016-08 entnehmen können, sind etwas über 55% des Fondsvermögens in Anleihen investiert, die ein attraktives Zinsniveau aufweisen und von besonderen Entwicklungen profitieren, wie den Aufkaufprogrammen der Europäischen Zentralbank EZB oder der Bank of England. Die Netto-Aktienquote  liegt bei knapp 32% und per Stichtag sind zehn Prozent als verzinstes Bargeld geparkt. Eine weitere US Zinserhöhung in 2016 würde das Fondsmanagement begrüßen, erhöht sich doch damit die Verzinsung am US Zinskontos des MPP. Die offenen Devisenpositionen ersehen Sie auf Seite zwei.

Die Preisentwicklung des Managed Profit Plus (kurz: MPP) zeigte auch in den Sommermonaten Juli/August stetig nach oben, sehen Sie bitte selbst anhand der untenstehenden Grafik. Der Eurostoxx 50 Aktienindex wurde deshalb dargestellt, um die Schwankungen der Aktienmärkte im Euroraum exemplarisch zu zeigen.

MPP_Bild03.jpg

Wovon profitiert der MPP aktuell?   
Das Fondsmanagement lokalisiert derzeit folgende fünf Investmentfelder, in denen sich attraktive Chancen-Risiken-Verhältnisse in die Praxis umsetzen lassen:

  1. Anleihe-Aufkaufprogramme der Notenbanken, allen voran der EZB und der BoE
  2. Anleihen, die von schwachen Wirtschaftsdaten einzelner Länder oder von rückläufigen Inflationsraten besonders profitieren
  3. Investments in ausgewählte Goldminen-Unternehmen, vorzugsweise in Ländern mit politisch/rechtlich stabilen Rahmenbedingungen
  4. Eigentums-Transaktionsgeschäfte wie Übernahmen oder Aufspaltungen
  5. Investments in Eigentumsanteilen an börsenotierten Unternehmen, die eine starke wirtschaftliche Stellung im Markt besitzen, in der Lage sind, kontinuierlich Wertzuwächse zu generieren oder die von Innovationen besonders profitieren und die zu vernünftigen Preisen erwerbbar sind

Risiken aus Fremdwährungsgeschäften werden flexibel abgesichert, mindestens 70% der Wertpapiere sind in Euro veranlagt, wobei abgesicherte Fremdwährungen laut Fondsbestimmungen als Eurogeschäfte gewertet werden. Bis zu fünf Prozent des Fondsvermögens darf in direkte Absicherungen des Aktienmarkt-Risikos investiert werden.

Nähere Informationen finden Sie im Dokument MPP Top Positionen 2016-08

Die aktuellen Herausforderungen
Die aktuellen Herausforderungen liegen für das Fondsmanagement des MPP weniger darin, Wertpapiere zu finden (Engpässe treten zumehmend bei attraktiven EU/EWR Staatsanleihen auf), die unter fundamentalen Gesichtspunkten ein attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis aufweisen und zur Erreichung der Zielsetzung beitragen, als vielmehr in den plötzlich auftretenden erratischen Preisbewegungen einzelner Investments oder gesamter Assetklassen.

Anders als in der Realwirtschaft, wo Ausverkaufspreise Freude bei den Konsumenten auslösen, rufen zwischenzeitliche Preisabschläge an den Wertpapiermärkten bei vielen Investoren Angst hervor. Das taktische Risk Overlay des MPP versucht, seinen Investoren Komfort zu bieten und diese Preisabschläge zu dämpfen, im Bewußtsein, dass jede Art von Versicherung Geld kostet.

Das Denken im Risikomanagement für den MPP bleibt grundsätzlich nach unten gerichtet und beschäftigt sich mit Fragen wie: Welche Risiken möchte ich eingehen? Wie sieht das Chance-Risiko-Verhältnis aus? Was muss passieren, damit Risiken schlagend werden? Dabei ist manchmal Kreativität und Vorstellungskraft gefragt, genau so wie die innerliche Verankerung, dass Risiken gerne »out of the blue«, also unerwartet, schlagend werden.

Einen guten Start in den Herbst und weiterhin viel Freude mit dem MPP wünscht Ihnen

Gregor Nadlinger, e.h
Focused on making people richer.

MPP_Bild01

Über den Managed Profit + (kurz: MPP)
Der Managed Profit Plus ist ein vermögensverwaltender Mischfonds, der jährliche Ausschüttungen anstrebt, die im langfristigen Durchschnitt drei Prozent über der Inflationsrate der EU28 Staaten liegen. Zur Zielerreichung wird eine Absolute Value Strategie eingesetzt, die internationale Investment-Spezialitäten systematisch sucht und zulässige Absicherungsinstrumente nutzt. Dieser Fonds, der die Branchen Atomkraft, Rüstung und Tabak meidet, darf laut Prospekt bis zu 70% des Fondsvermögens in Aktien, sonstige Beteiligungswertpapiere und Corporate Bonds veranlagen, Forderungswertpapiere dürfen bis zu 100% des Fondsvermögens betragen. Die eingesetzten Event Driven Strategien unter¬stützen neben der Nutzung von Absicherungsinstrumenten das Taktische Risk Overlay, mit dem rund ein Viertel des Fondsvolumens seit 2012 gesteuert wird. Damit wird versucht, monatlich ein Kursplus auszuweisen und die Drawdowns zu verringern.

Risikohinweise: Erfolge der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erfolge. Diese Informationen ersetzen keinesfalls eine Anlageberatung, sondern geben Hintergrund-Informationen zu den Kapitalmärkten und des  vermögensverwaltenden Mischfonds namens Managed Profit Plus (kurz: MPP) aus Sicht eines Fondsmanagers. Aussagen, die die Zukunft betreffen, sind mit Unsicherheit behaftet. Die Meinungen und Einschätzungen des Fondsmanagers können sich jederzeit ändern, ohne Anspruch Sie darüber zu informieren.

[contact-form-7 404 "Not Found"]